3. Wie erhalte ich Finanzierungsmittel?

Die Bundesregierung und die Bundesländer haben neben den vorangestellten Maßnahmen bereits eine Vielzahl weiterer Hilfsmaßnahmen beschlossen und auf den Weg gebracht. Aktuelle Informationen werden wir auf unserer Homepage veröffentlichen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf direkte Unterstützung betroffener Unternehmen in Form von Liquiditätshilfen/Sonderkrediten, die durch die Förderinstitute des Bundes (KfW) und der Bundesländer (Investitionsbanken, Bürgschaftsbanken) gewährt werden.

Die nachstehenden Informationen und Hinweise beziehen sich vornehmlich auf Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg.

1. Welche Programme gibt es bereits bzw. werden ab 13.07.2020 beantragbar sein? (Stand: 14.07.2020)

Kredite durch die KfW – bereits beantragbar:

  • KfW-Unternehmerkredit (037/047) modifiziert – für Unternehmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind. Aktuelle Verbesserung der Konditionen: Für Darlehen und Betriebsmittelfinanzierungen bis 3 Mio. € erfolgt eine Risikoübernahme durch den Bund von 90 % statt bisher 50 %. Die KFW wird keine eigene Risikoprüfung vornehmen, sondern überlässt dies der Hausbank). 

  • KfW-Schnellkredit 2020 (078) – ab 15.04.2020 (nach Genehmigung der EU-Kommission) beantragbar 

    • Für Unternehmen zwischen 11 bis 249 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind. Für Darlehen und Betriebsmittelfinanzierungen bis zu 800 T€ erfolgt eine Risikoübernahme zu 100 Prozent durch den Bund. Es erfolgt keine Risikoprüfung durch die Hausbank. 

  • ERP-Gründerkredit – Universell (073/074/075/076) modifiziert

Kredite durch die Förderinstitute der Länder:

  • Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH):

    • Mittelstandssicherungsfonds (300 Mio. €) – seit 31.03.2020 beantragbar 

      • 1. Tranche (150 Mio. Euro Volumen) – ab 15 T€ bis 50 T€ *
      • 2. Tranche (150 Mio. Euro Volumen) – ab 50 T€ bis 750 T€ *
        * Volumina sind noch in abschließender Klärung
      • Beide Tranchen sind rückzahlbare Zuschüsse (Darlehen) für Unternehmen, Gewerbetreibende und Selbstständige der Branchen Gastronomie, Hotellerie und ggf. Tourismus (nur Betriebe im Haupterwerb – kein Nebenerwerb), welche unmittelbar durch staatliche Verordnungen im Zuge der Corona-Krise in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage bzw. in einen Liquiditätsengpass geraten sind. Der Kredit ist in den ersten 2 Jahre tilgungsfrei und in den ersten 5 Jahren zinslos, die Tilgung erfolgt über max. 10 Jahre (die Gesamtlaufzeit beträgt somit max. 12 Jahre). (Details zu den Konditionen und den Anträgen stehen auf der Internetseite der www.ib-sh.de ab dem 31.03.2020 zur Verfügung.)
      • Informationen zum IB.SH Mittelstandssicherungsfonds

    • Mittelstandssicherungsfonds (100 Mio. €) – Start noch offen

      • Tranche – ab 15 T€ bis 750 T€ *
        * Volumina noch in abschließender Klärung
      • Zielgruppe sind Unternehmen, Gewerbetreibende und Selbstständige, welche unmittelbar durch staatliche Verordnungen im Zuge der Corona-Krise in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage bzw. in einen Liquiditätsengpass geraten sind, deren Liquiditätsbedarf jedoch nicht durch die Bundesprogamme gedeckt werden kann (Förderlücke). Geplant sind derzeit Zins- und Tilgungskonditionen analog zum Mittelstandsicherungsfonds (300 Mio. Euro). (Details zu den Konditionen und den Anträgen werden auf der Internetseite der www.ib-sh.de mit Start des Produkts zur Verfügung stehen – dieser Zeitpunkt ist derzeit noch offen.)

    •  IB.SH Härtefallfonds Mittelstand (Volumen 65 Mio. €) – Darlehen T€ 100-750 - seit 13.07.2020 beantragbar
    • Private Unternehmen mit Sitz und/oder Betriebsstätten in Schleswig-Holstein, die durch die Corona-Krise in den Monaten Juli bis Dezember 2020 im Vergleich mit dem zweiten Halbjahr 2019 voraussichtlich einen Umsatzrückgang von mindestens 50 % erwarten
    • Nicht gefördert werden Unternehmen, die in der Fischerei, der Aquakultur oder in der Primärerzeugung landwirtschaftlicher  Erzeugnisse tätig sind. Ebenso werden exportbezogene Tätigkeiten nicht gefördert. Für den gewerblichen Straßengüterverkehr bestehen eingeschränkte Fördermöglichkeiten.
    • Die Förderung ist auf Betriebsstätten in Schleswig-Holstein ausgerichtet, dabei sind rechtlich eigenständige Betriebsstätten / Betreibergesellschaften getrennt voneinander antragsberechtigt (jedoch sind Unternehmensverbünde im Sinne des Beihilferechts zu beachten).
    • Das Darlehen ist in den ersten 2 Jahre tilgungsfrei und in den ersten 5 Jahren zinslos, die Tilgung erfolgt über max. 10 Jahre (die Gesamtlaufzeit beträgt somit max. 12 Jahre).
    • Weitere Informationen zum IB.SH Härtefallfonds Mittelstand

  • IB-Mittelstandskredit – bis T€ 250 – bereits beantragbar:

 

Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein (MBG):

  • MBG Härtefallfonds Mittelstand (Volumen 15 Mio. €) – seit 13.07.2020 beantragbar

    • Mit dem Beteiligungskapital soll das wirtschaftliche Eigenkapital des Unternehmens gestärkt werden, um auch zukünftig Fremdkapitalfinanzierungen und  damit den Unternehmen Perspektiven zu ermöglichen.
    • Zielgruppe sind alle haupterwerblichen Unternehmen mit Sitz und/oder Betriebsstätte in Schleswig‐Holstein

      • mit einem grundsätzlich intaktem Geschäftsmodell,
      • die vor dem 01.04.2020 gegründet worden sind und
      • die per 31.12. 2019 kein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ (UiS) waren.

    • Als sog. „Härtefälle“ gelten insbesondere Unternehmen, die in den Monaten Juli‐Dez 2020 im Vergleich zum Vorjahr aufgrund Corona einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% erwarten.

  • In Abhängigkeit von verfügbaren Beihilfebeträgen werden Beteiligungen bis zu T€  750 bei einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren für alle bilanzstärkenden Maßnahmen, vor allem zur Stärkung der wirtschaftlichen Eigenkapital‐Ausstattung und zur Liquiditätssicherung gewährt.

  • MBG Sonderbeteiligungsprogramm Schleswig-Holstein (Volumen 15 Mio. €) – seit 29.06.2020 beantragbar

    • Förderfähige Unternehmen sind Start-ups und kleine Mittelständler (gewerbliche Unternehmen bis zu 75 Mio. EUR Gruppenumsatz)
    • die entweder ihren Sitz, ihre Betriebsstätte, ihre Hauptverwaltung, den Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit oder
    • mindestens 50% der Vollzeitbeschäftigten in Schleswig-Holstein haben und
    • die am 31. Dezember 2019 kein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ im Sinne von Artikel 2 Nr. 18 der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 waren, aber danach infolge der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind
    • In Abhängigkeit von verfügbaren Beihilfebeträgen werden Beteiligungen bis zu T€  850 bei einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren für alle bilanzstärkenden Maßnahmen, vor allem zur Stärkung der wirtschaftlichen Eigenkapital‐Ausstattung und zur Liquiditätssicherung gewährt.
    • Weitere Informationen zum Sonder-Beteiligungsprogramm S-H

  • Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB HH):

    • Hamburg-Kredit Liquidität (HKL) – bis T€ 250 – für KMU
    • IFB Förderkredite Kultur und Sport – bis T€ 150 – für Kultureinrichtungen / Sportvereine
    • Weitere Informationen des IFB HH

  • Bürgschaften durch die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein bzw. die BürgschaftsGemeinschaft Hamburg:

    • beide Förderinstitute haben das maximal zu verbürgende Obligo von Mio. € 1,25 auf Mio. € 2,5 befristet bis zum 31.12.2020 erhöht.
    • Die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein hat im Rahmen Ihres Programms BB Express (vor der Corona- Krise KMU sofort), bei dem die Kreditentscheidung binnen 24 Stunden erfolgt die Verbürgung auf eine Kreditsumme von T€ 300 bei einem Verbürgungsgrad von nunmehr 80% erhöht.
    • Die BürgschaftsGemeinschaft Hamburg hat derzeit ein ähnliches Programm in Vorbereitung.

Zuschüsse (nicht rückzahlbar)

 

Überbrückungshilfen im Rahmen des Konjunkturprogramms Bundes aus Juni 2020:

  • Zuschüsse – Beantragungsbeginn und -weg noch offen

    • Gewährung einer branchenübergreifenden Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen mit corona-bedingtem Umsatzausfall für die Monate Juni bis August
    • antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen.
    • Es erfolgt eine gestaffelte Erstattung bis zu 80 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Für kleine Unternehmen gelten gesonderte Regelungen.
    • Die Beantragung muss durch einen Steuerberater, Wirtschafts- oder Buchprüfer über die bundesweit geltende Antragsplattform www.ueberbrueckungshilfeunternehmen.de, auf der sich diese registrierenkönnen, erfolgen. Nur über diese Seite können für antragsberechtigte Unternehmen die Anträge auf Gewährung von Überbrückungshilfen gestellt werden.

2. Wie kann ich Liquiditätshilfen/Sonderkredite in Anspruch nehmen? Wie ist der Antragsweg?

Um von den Liquiditätshilfen/Sonderkrediten profitieren zu können, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Der Antragsweg führt nach derzeitigem Stand der Dinge grundsätzlich über die Hausbank.

Je nachdem welches Hilfsprogramm für den Unternehmer/das Unternehmen infrage kommt, bearbeitet die Hausbank den Antrag in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Förderinstituten oder leitet ihn ggfs. auch nur direkt an das für die Bearbeitung und Abwicklung des Antrages vorgesehene/zuständige Förderinstitut weiter. In der Praxis zeigt sich schon heute, dass es bei einigen Kreditinstituten, aufgrund der Vielzahl der Anträge und nicht immer klaren Prozessstrukturen, zu zeitlichen Überlastungen kommen kann.

Aufgrund unserer langjährigen guten Zusammenarbeit mit den Instituten in Schleswig-Holstein und Hamburg werden wir schon heute oft bei der Beantragung mit eingebunden, um nicht wertvolle Zeit zu verlieren. Gern unterstützen wir auch beratend bei der richtigen Auswahl der Programme und Antragswege.

Weitere Fragen zu Details (auch der Förderbedingungen) hinsichtlich der einzelnen Förderprogramme richten Sie bitte an die Berater der HWB-Gruppe.

3. Was ist zur Beantragung durch den Unternehmer zu beachten?

Im Vorwege der Beantragung der Hilfsprogramme müssen durch die Unternehmensgeschäftsführung zunächst einmal alle weiteren durch sie selbst vorzunehmenden Maßnahmen geprüft und eingeleitet werden, die zur Stabilisierung der Liquidität des Unternehmens beitragen können.

Dies betrifft insbesondere:

  • die Prüfung und Beantragung von KUG
  • die Prüfung und Beantragung möglicher Steuererleichterungen
  • sonstige mögliche Maßnahmen wie z.B.:

    • Anpassung des Einkaufsverhaltens und vorrangiger Abbau der Läger
    • Beantragung von Tilgungsaussetzungen für bestehende Kreditverhältnisse für mindestens 6 Monate
    • etc.

4. Zur Beantragung der Liquiditätshilfen über die Hausbank müssen nach unseren ersten Erfahrungen folgende Unterlagen durch das Unternehmen vorgelegt werden.

  • Kurzvorstellung des Unternehmens und des Geschäftsmodells
  • Darlegung und Herleitung des Kapital-/Liquiditätsbedarfs als Folge der Auswirkungen der Corona-Krise
  • Planung 2020 unter den Krisenbedingungen (bei einer Mindestdauer bis August 2020)
  • betriebswirtschaftliche Auswertung samt Summen- und Saldenliste per 31.12.2019 (Ultimo des letzten Geschäftsjahres)
  • letzter Jahresabschluss (mindestens per 31.12.2018 bzw. Ultimo des letzten Geschäftsjahres)

Weitere Unterlagen sind je nach Anforderung durch die Hausbank bzw. die Förderinstitute vorzulegen. Hinsichtlich der Anforderungen der Hausbank erfolgt dies stets durch das beantragende Unternehmen. Abhängig von dem Programm, richten sich einzelne Anforderungen der Förderinstitute auch bzw. nur an die Hausbank.

5. Wie hilft und unterstützt die HWB-Gruppe?

Die HWB-Gruppe steht den Unternehmen u.a. in folgenden Themenfeldern beratend zur Seite:

  1. Unterstützung bei Erstellung der o.a. geforderten Unterlagen
  2. Plausibilisierung der Darlegung und Herleitung des Kapital-/Liquiditätsbedarfs, sowie der Planung 2020 unter Krisenbedingungen
  3. Vorprüfung infrage kommender Programme und Prüfung von weiteren Erfordernissen hinsichtlich der erfolgreichen Beantragung
  4. Hinweis: Letztlich aber entscheidet die Hausbank unter Berücksichtigung des individuellen Bedarfs des beantragenden Unternehmens und seiner Risikoeinschätzung darüber die Auswahl des Hilfsprogramms und die Einbindung der Förderinstitute.
  5. Unterstützung in der Bankenkommunikation ggfs. auch durch direkte Kontaktaufnahme mit den Hausbanken und Förderinstituten.

Sprechen Sie direkt mit den Beratern der HWB Gruppe, damit diese in Absprache mit Ihnen zielgerichtet für Sie tätig werden können.