3. Wie erhalte ich Finanzierungsmittel?

Die Bundesregierung und die Bundesländer haben neben den vorangestellten Maßnahmen bereits eine Vielzahl weiterer Hilfsmaßnahmen beschlossen und auf den Weg gebracht. Aktuelle Informationen werden wir auf unserer Homepage veröffentlichen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf direkte Unterstützung betroffener Unternehmen in Form von Liquiditätshilfen/Sonderkrediten, die durch die Förderinstitute des Bundes (KfW) und der Bundesländer (Investitionsbanken, Bürgschaftsbanken) gewährt werden.

Die nachstehenden Informationen und Hinweise beziehen sich vornehmlich auf Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg.

1. Welche Programme gibt es bereits bzw. werden ab 15.04.2020 beantragbar sein? (Stand: 14.04.2020)

Kredite durch die KfW – bereits beantragbar:

  • KfW-Unternehmerkredit (037/047) modifiziert – für Unternehmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind. Aktuelle Verbesserung der Konditionen: Für Darlehen und Betriebsmittelfinanzierungen bis 3 Mio. € erfolgt eine Risikoübernahme durch den Bund von 90 % statt bisher 50 %. Die KFW wird keine eigene Risikoprüfung vornehmen, sondern überlässt dies der Hausbank). 

  • KfW-Schnellkredit 2020 (078) – ab 15.04.2020 (nach Genehmigung der EU-Kommission) beantragbar 

    • Für Unternehmen zwischen 11 bis 249 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind. Für Darlehen und Betriebsmittelfinanzierungen bis zu 800 T€ erfolgt eine Risikoübernahme zu 100 Prozent durch den Bund. Es erfolgt keine Risikoprüfung durch die Hausbank. 

  • ERP-Gründerkredit – Universell (073/074/075/076) modifiziert

Kredite durch die Förderinstitute der Länder:

  • Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH):

    • Mittelstandssicherungsfonds (300 Mio. €) – seit 31.03.2020 beantragbar 

      • 1. Tranche (150 Mio. Euro Volumen) – ab 15 T€ bis 50 T€ *
      • 2. Tranche (150 Mio. Euro Volumen) – ab 50 T€ bis 750 T€ *
        * Volumina sind noch in abschließender Klärung
      • Beide Tranchen sind rückzahlbare Zuschüsse (Darlehen) für Unternehmen, Gewerbetreibende und Selbstständige der Branchen Gastronomie, Hotellerie und ggf. Tourismus (nur Betriebe im Haupterwerb – kein Nebenerwerb), welche unmittelbar durch staatliche Verordnungen im Zuge der Corona-Krise in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage bzw. in einen Liquiditätsengpass geraten sind. Der Kredit ist in den ersten 2 Jahre tilgungsfrei und in den ersten 5 Jahren zinslos, die Tilgung erfolgt über max. 10 Jahre (die Gesamtlaufzeit beträgt somit max. 12 Jahre). (Details zu den Konditionen und den Anträgen stehen auf der Internetseite der www.ib-sh.de ab dem 31.03.2020 zur Verfügung.)
      • Informationen zum IB.SH Mittelstandssicherungsfonds

    • Mittelstandsicherungsfonds (100 Mio. €) – Start noch offen

      • Tranche – ab 15 T€ bis 750 T€ *
        * Volumina noch in abschließender Klärung
      • Zielgruppe sind Unternehmen, Gewerbetreibende und Selbstständige, welche unmittelbar durch staatliche Verordnungen im Zuge der Corona-Krise in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage bzw. in einen Liquiditätsengpass geraten sind, deren Liquiditätsbedarf jedoch nicht durch die Bundesprogamme gedeckt werden kann (Förderlücke). Geplant sind derzeit Zins- und Tilgungskonditionen analog zum Mittelstandsicherungsfonds (300 Mio. Euro). (Details zu den Konditionen und den Anträgen werden auf der Internetseite der www.ib-sh.de mit Start des Produkts zur Verfügung stehen – dieser Zeitpunkt ist derzeit noch offen.)

    • IB-Mittelstandskredit – bis T€ 250 – bereits beantragbar:

    • Schleswig-Holstein Finanzierungsinitiative für Stabilität bis 2.000 T€ bereits beantragbar, eine Gemeinschaftsinitiative der Bürgschaftsbank, MBG und IB-S.H, für KMU mit etabliertem Geschäftsmodell und ausreichend Perspektiven, jedoch z. B. auf Grund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Corona-Krise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen

      • keine Negativmerkmale (z. B. Zwangsvollstreckung, Mahnbescheide, keine Insolvenztatbestände etc.)
      • nachhaltige Kapitaldienstfähigkeit

  • Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB HH):

    • Hamburg-Kredit Liquidität (HKL) – bis T€ 250 – für KMU
    • IFB Förderkredite Kultur und Sport – bis T€ 150 – für Kultureinrichtungen / Sportvereine

  • Bürgschaften durch die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein bzw. die BürgschaftsGemeinschaft Hamburg:

    • beide Förderinstitute haben das maximal zu verbürgende Obligo von Mio. € 1,25 auf Mio. € 2,5 befristet bis zum 31.12.2020 erhöht.
    • Die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein hat im Rahmen Ihres Programms BB Express (vor der Corona- Krise KMU sofort), bei dem die Kreditentscheidung binnen 24 Stunden erfolgt die Verbürgung auf eine Kreditsumme von T€ 300 bei einem Verbürgungsgrad von nunmehr 80% erhöht.
    • Die BürgschaftsGemeinschaft Hamburg hat derzeit ein ähnliches Programm in Vorbereitung.

Zuschüsse (nicht rückzahlbar)

2. Wie kann ich Liquiditätshilfen/Sonderkredite in Anspruch nehmen? Wie ist der Antragsweg?

Um von den Liquiditätshilfen/Sonderkrediten profitieren zu können, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Der Antragsweg führt nach derzeitigem Stand der Dinge grundsätzlich über die Hausbank.

Je nachdem welches Hilfsprogramm für den Unternehmer/das Unternehmen infrage kommt, bearbeitet die Hausbank den Antrag in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Förderinstituten oder leitet ihn ggfs. auch nur direkt an das für die Bearbeitung und Abwicklung des Antrages vorgesehene/zuständige Förderinstitut weiter. In der Praxis zeigt sich schon heute, dass es bei einigen Kreditinstituten, aufgrund der Vielzahl der Anträge und nicht immer klaren Prozessstrukturen, zu zeitlichen Überlastungen kommen kann.

Aufgrund unserer langjährigen guten Zusammenarbeit mit den Instituten in Schleswig-Holstein und Hamburg werden wir schon heute oft bei der Beantragung mit eingebunden, um nicht wertvolle Zeit zu verlieren. Gern unterstützen wir auch beratend bei der richtigen Auswahl der Programme und Antragswege.

Weitere Fragen zu Details (auch der Förderbedingungen) hinsichtlich der einzelnen Förderprogramme richten Sie bitte an die Berater der HWB-Gruppe.

3. Was ist zur Beantragung durch den Unternehmer zu beachten?

Im Vorwege der Beantragung der Hilfsprogramme müssen durch die Unternehmensgeschäftsführung zunächst einmal alle weiteren durch sie selbst vorzunehmenden Maßnahmen geprüft und eingeleitet werden, die zur Stabilisierung der Liquidität des Unternehmens beitragen können.

Dies betrifft insbesondere:

  • die Prüfung und Beantragung von KUG
  • die Prüfung und Beantragung möglicher Steuererleichterungen
  • sonstige mögliche Maßnahmen wie z.B.:

    • Anpassung des Einkaufsverhaltens und vorrangiger Abbau der Läger
    • Beantragung von Tilgungsaussetzungen für bestehende Kreditverhältnisse für mindestens 6 Monate
    • etc.

4. Zur Beantragung der Liquiditätshilfen über die Hausbank müssen nach unseren ersten Erfahrungen folgende Unterlagen durch das Unternehmen vorgelegt werden.

  • Kurzvorstellung des Unternehmens und des Geschäftsmodells
  • Darlegung und Herleitung des Kapital-/Liquiditätsbedarfs als Folge der Auswirkungen der Corona-Krise
  • Planung 2020 unter den Krisenbedingungen (bei einer Mindestdauer bis August 2020)
  • betriebswirtschaftliche Auswertung samt Summen- und Saldenliste per 31.12.2019 (Ultimo des letzten Geschäftsjahres)
  • letzter Jahresabschluss (mindestens per 31.12.2018 bzw. Ultimo des letzten Geschäftsjahres)

Weitere Unterlagen sind je nach Anforderung durch die Hausbank bzw. die Förderinstitute vorzulegen. Hinsichtlich der Anforderungen der Hausbank erfolgt dies stets durch das beantragende Unternehmen. Abhängig von dem Programm, richten sich einzelne Anforderungen der Förderinstitute auch bzw. nur an die Hausbank.

5. Wie hilft und unterstützt die HWB-Gruppe?

Die HWB-Gruppe steht den Unternehmen u.a. in folgenden Themenfeldern beratend zur Seite:

  1. Unterstützung bei Erstellung der o.a. geforderten Unterlagen
  2. Plausibilisierung der Darlegung und Herleitung des Kapital-/Liquiditätsbedarfs, sowie der Planung 2020 unter Krisenbedingungen
  3. Vorprüfung infrage kommender Programme und Prüfung von weiteren Erfordernissen hinsichtlich der erfolgreichen Beantragung
  4. Hinweis: Letztlich aber entscheidet die Hausbank unter Berücksichtigung des individuellen Bedarfs des beantragenden Unternehmens und seiner Risikoeinschätzung darüber die Auswahl des Hilfsprogramms und die Einbindung der Förderinstitute.
  5. Unterstützung in der Bankenkommunikation ggfs. auch durch direkte Kontaktaufnahme mit den Hausbanken und Förderinstituten.

Sprechen Sie direkt mit den Beratern der HWB Gruppe, damit diese in Absprache mit Ihnen zielgerichtet für Sie tätig werden können.